20.07.13

Prof. Dr. Alois Stacher - Nachruf

Nachruf auf Gesundheitsstadtrat a.D. Prof. Dr. Alois Stacher Langjähriger Präsident der Wiener Sozialdienste

Tief betroffen vom Tod des langjährigen Wiener Gesundheitsstadtrates a.D. Prof. Dr. Alois Stacher zeigen sich Bürgermeister Michael Häupl, Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely und die Geschäftsführung der Wiener Sozialdienste, deren Präsident er von 1976 bis 1986 war.

Bürgermeister Michael Häupl: "Prof. Dr. Alois Stacher hat in den langen Jahren seiner Amtstätigkeit die Wiener Gesundheits- und Sozialpolitik entscheidend geprägt. Viele Erneuerungen und Verbesserungen sind nicht zuletzt ihm zu verdanken - von der Gesundheitsvorsorge und den sozialen Diensten bis zu den Einrichtungen der Spitzenmedizin in den Wiener Gemeindespitälern. Wien hat einen bedeutenden Gesundheits- und Sozialpolitiker verloren."

Prof. Dr. Alois Stacher

mit der ehemaligen Geschäftsführerin Christine Schirmer

 

Alois Stacher - Wiener Weg der sozialen Hilfe - anlässlich 50 Jahre Wiener Sozialdienste 1996

 

Biografie
Geboren 1925 in Wien, absolvierte er ein humanistisches Gymnasium, wurde 1943 zur deutschen Wehrmacht eingezogen, am 27. April 1945 schwerst verwundet, kam in amerikanische Gefangenschaft und verließ dort das Lazarett im Jahr 1947. Danach Medizinstudium in Wien, Ausbildung zum Internisten, Spezialisierung in Hämatologie, Universitätsdozent 1967, a.o. Universitätsprofessor 1973. Er baute im Hanusch-Krankenhaus das erste hämatologisch-onkologische Zentrum auf, erfuhr große internationale und nationale Anerkennung in seinem Fachgebiet, gründete  die Gesellschaft für Hämatologie, ist Ehrenmitglied zahlreicher nationaler und internationaler Ärztegesellschaften. Er gab 19 Bücher heraus und verfasste mehr als 35o wissenschaftliche Arbeiten. Politisch war er zuerst Gewerkschaftsvertreter aller Arzte in der Sozialversicherung, dann von 1973 bis 1989 amtsführender Stadtrat für Gesundheit und Soziales in Wien. Er bemühte sich um den Ausbau des Sozialwesens sowie um Modernisierung und Strukturänderungen des Gesundheitswesens. Besonders zu erwähnen ist der Ausbau der sozialen Dienste, die Psychiatriereform, die Fertigstellung des AKH und der Bau des SMZ Ost, mit Pflegeheim und Donauspital, sowie vieler Pensionistenheime. 1988 gründete Stacher  die "Wiener Internationale Akademie für Ganzheitsmedizin", deren Präsident er bis  2003 war. Er erhielt zahlreiche öffentliche Auszeichnungen, Ehrendoktorat und wurde Ehrenbürger der Stadt Wien.