Unsere Arbeitswelt verändert sich rasant: Gesellschaftliche Entwicklungen, Digitalisierung und neue Technologien verlangen nach stetiger Weiterbildung. Lebenslanges Lernen ist deshalb längst kein Schlagwort mehr. Viele entdecken Talente neu, wechseln bewusst den Beruf oder erweitern ihre Qualifikationen. Heute ist es keine Ausnahme mehr, wenn jemand in der zweiten Lebenshälfte eine neue Ausbildung beginnt.
So auch Birgit K.: Als Heimhelferin der Wiener Sozialdienste Alten- und Pflegedienste hat sie nun mit 60 Jahren die einjährige Fulltime-Ausbildung zur Pflegeassistentin begonnen. Für Birgit K. war das keine gewagte Entscheidung, sondern eine klare Herzenssache.
Viele Jahre arbeitete sie in der Gastronomie, bis ein Pflegefall in der eigenen Familie alles veränderte. Während sie sich kümmerte, merkte sie, wie leicht ihr der Umgang mit kranken und älteren Menschen fiel. „Ich habe gespürt, dass ich ihnen Kraft geben kann“, sagt sie. Aus diesem Gefühl wuchs der Wunsch, in der zweiten Lebenshälfte einen Pflegeberuf zu ergreifen.
Zweifel hatte sie nie. Ihr privates Umfeld reagierte absolut positiv und bestärkte sie in ihrem Plan. Dennoch gab es an anderen Stellen auch vereinzelt Widerstand und Altersdiskriminierung. Davon ließ sie sich aber nicht bremsen. Für sie gilt: „Jeder ist seines Glückes Schmied.“
Das Lernen fällt ihr heute etwas schwerer als in früheren Jahren, manchmal sitzt sie länger über den Unterlagen als ihre jüngeren Mitschüler:innen. Doch die Motivation und Vorfreude auf den Beruf ist größer als jede Anstrengung. Lebenslanges Lernen bedeutet für sie, geistig und körperlich aktiv zu bleiben.
Am meisten freut sie sich auf das, was nach der Ausbildung kommt: älteren und kranken Menschen beizustehen, sie zu unterstützen – und ihnen ein Lächeln zu schenken.
Birgit K. zeigt: Für einen Neuanfang ist es nie zu spät und wir freuen uns als Unternehmen, Frau K. auf diesem Weg tatkräftig zu unterstützen.